Arbeitgeber — Arbeitnehmer

Eine √É‚Äěu√ÉŇłerung eines Freundes schwirrt mir schon eine Weile durch den Kopf.

Ich versuche mal, das Gesagte zu einem sinnvollen Beitrag zusammen zu fassen.

Hintergrund der √É‚Äěu√ÉŇłerung war die in letzter Zeit h√ɬ§ufig zu beobachtende Praxis mancher „Manager“ „die Konsequenzen zu tragen“. Das sah dann so aus, dass Derjenige, der den „Karren in den Dreck“ gefahren hat, ank√ɬľndigte seine Stelle zu r√ɬ§umen. Nat√ɬľrlich mit einer entsprechenden Abfindung.

Allein schon das Verst√ɬ§ndnis von Konsequenzen zu tragen. Das normale Verst√ɬ§ndnis ist ja hoffentlich immer noch, dass man bei einem gemachten Fehler alles daran setzt, die Folgen des Fehlers selbst zu beseitigen. Und nicht sich hinzustellen: „Oh, das sieht aber schlimm aus! Ich geh dann mal!“.

Weiter ist es mir nicht begreiflich zu machen, dass diese Leute, die sich da „verpissen“ auch noch von ihren alten Kollegen einen „Koffer mit Geld“ in die Hand bekommen. Eher sollte man die Leute in Regress nehmen und das Gehalt der letzten Verantwortungsperiode zur√ɬľck fordern, wenn sie nicht bereit sind, die Folgen ihres Handelns wieder zu beseitigen.

Weiter gab es im letzten Jahr immer mal wieder Gerichtsurteile zu bewundern, wo z.B. Angestellte von Ladenketten gek√ɬľndigt wurden, weil sie angeblich Pfandbons im Wert von unter 2 EUR eingel√ɬ∂st haben, die ein Kunde verloren hat. Gern genommene Begr√ɬľndung bei diesen F√ɬ§llen ist das „irreparabel gest√ɬ∂rte Vertrauensverh√ɬ§ltnis“.

Kein Zweifel, ein Arbeitgeber muss seinen Angestellten vertrauen k√ɬ∂nnen, dass sie mit den zur Verf√ɬľgung gestellten Mitteln und dem entgegen gebrachten Vertrauen verantwortungsvoll umgehen.

Aber als Arbeitnehmer ist man, vor allem bei gro√ÉŇłen Firmen, jedoch einem Arbeitgeber so ziemlich ausgeliefert. Dem Arbeitgeber entsteht dadurch, dass der Arbeitnehmer k√ɬľndigt, ein geringer Schaden, weil er einen Anderen auf die Stelle anlernen muss. Eventuell ist der Schaden auch etwas gr√ɬ∂√ÉŇłer, wenn der Arbeitnehmer ein Spezialist war, dessen Fachwissen nicht so einfach ersetzt werden kann.

Bei einem Spezialisten ist die K√ɬľndigung durch den Arbeitgeber meist nicht so tragisch, da ein Spezialist eher eine neue Anstellung findet, wenn seine Qualifikation nicht sehr speziell auf die alte Arbeitsstelle zugeschnitten war.

Bei einem einfachen Arbeiter ist die Sache anders. Wenn in gro√ÉŇłem Ma√ÉŇłe durch Einsparungen Arbeitnehmer gek√ɬľndigt werden, hat das erhebliche Auswirkungen auf die Existenz des Betroffenen.

Wenn also die Firmenleitung ihre Aufgaben nicht richtig macht, und es der Firma daraufhin schlecht geht, wird Derjenige, der das verantwortet hat mit einem „Koffer voll Geld“ aus der Firma komplimentiert.

Derjenige, der im Vertrauen auf die Firmenleitung seine Aufgabe z.B. in der Produktion gewissenhaft durchgef√ɬľhrt hat, wird ohne eigenes Fehlverhalten seiner Arbeitsstelle enthoben, wenn es dumm l√ɬ§uft noch ohne Entsch√ɬ§digung.

Weshalb wird also die Arbeitgeberseite bevorzugt, wenn es um das „gegenseitige Vertrauensverh√ɬ§ltnis“ geht? F√ɬľr den Arbeitgeber ist es meist „nur“ ein finanzieller Verlust.

F√ɬľr den Arbeitnehmer geht es jedoch um seine Existenz. Und er hat keine M√ɬ∂glichkeit, bei einem Fehlverhalten seines Vorgesetzten, das ihn den Arbeitsplatz kosten kann, diesen Vorgesetzten zu k√ɬľndigen.

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