Neun Tage Spanien

Samstag, 13. März 2010

Lange vorgenommen, mit Spanischkursen in 2000 und 2009 vorbereitet ūüėČ waren mein Schatz und ich in den vergangenen zwei Wochen in Spanien.

Unsere Reise begann am 1.3. mit dem Zug nach Stuttgart, wo wir bei guten Freunden zum Abendessen weilten und bei anderen guten Freunden dann die Nacht verbrachten.

Am 2.3. wurden wir dann in der Fr√ɬľh freundlicherweise mit dem Auto zum Flughafen chauffiert. Mit dem Flieger ging es dann nach Madrid, wo wir gegen 14:00 ankamen.

Nach dem Empfang unserer Koffer wanderten wir dann durch den Flughafen bis zur Metrostation, wo uns die freundliche Mitarbeiterin auf einem Metroplan unsere Fahrstrecke und die Umsteigestationen einzeichnete.

Mit den Koffern ging es dann mit der Metro bis zur Haltestelle Sol. Dort erwarb ich an einem Kiosk erst einmal eine Karte von Madrid. Auf dieser suchten wir dann den Weg bis zum Hostal Apolo heraus und holperten dann mit unseren Rollkoffern durch die engen Gassen des historischen Madrids.

Im Hostal angekommen bekamen wir die Codekarte(!) f√ɬľr das Zimmer und hatten bei der Ankunft im Zimmer dann unseren ersten Schreck des Urlaubs.

Zuerst einmal begann es damit, dass das Zimmer stockdunkel war. Kein Licht von drau√ÉŇłen, der Lichtschalter lie√ÉŇł sich zwar bet√ɬ§tigen, aber der Erfolg blieb aus. Hatten wir etwa ein Innenzimmer ohne Fenster bekommen?!?
Dann also im Licht der Flurbeleuchtung das Zimmer erkundet und ein Fenster entdeckt. Dann also zum Fenster getastet und das Rollo nach oben bewegt. Es werde Licht!

Betrachte Zimmer:

Du stehst in einem winzigen Zimmer. Das Zimmer ist ungef√ɬ§hr quadratisch und hat einen kurzen Flur mit zwei T√ɬľren. Eine Wand wird zur H√ɬ§lfte von einem gro√ÉŇłen Fenster eingenommen. Der kurze Flur schlie√ÉŇłt sich an die Wand gegen√ɬľber dem Fenster an.

An einer Wand stehen zwei Betten mit dem Kopfteil zur Wand. Zwischen den Betten steht ein kleines Bettschr√ɬ§nkchen. An der Wand gegen√ɬľber den Betten steht ein kleiner, schmaler Schreibtisch mit einem Spiegel dar√ɬľber und ein roter Sessel. An der Wand h√ɬ§ngt ein flaches Fernsehger√ɬ§t.

Rieche Zimmer:

Das Zimmer riecht nach abgestandener Luft und nach Abwassergeruch.

Betrachte Fenster:

Das Fenster besteht aus zwei Fensterscheiben, die in einer Schiene laufen. An der linken und rechten Scheibe ist jeweils ein Riegel. Vor dem Fenster siehst du einen kleinen Balkon umgeben von einer etwa brusthohen Mauer. Links und rechts ist der Balkon mit einer hohen Glasscheibe nach oben begrenzt.

Betrachte Riegel:

Wenn man den Riegel bet√ɬ§tigt, kann man das Fenster √ɬ∂ffnen. Der Riegel an der rechten Scheibe ist zerbrochen. Diese Scheibe l√ɬ§sst sich ohne Probleme auch von au√ÉŇłen √ɬ∂ffnen.

√É‚Äďffne T√ɬľr:

Diese T√ɬľr ist schon offen. Du kannst den Gang sehen.

√É‚Äďffne zweite T√ɬľr:

Du trittst einen Schritt zur Seite, damit du die T√ɬľr in den kleinen Flur √ɬ∂ffnen kannst.
Du siehst ein winziges Badezimmer.

Betrachte Badezimmer:

Im Badezimmer siehst du ein Klobecken, ein Waschbecken, ein Bidet(!) und eine Badewanne.

Betrachte Badewanne:

Die Badewanne ist in gutem Zustand. Am Rand der Badewanne siehst du an den Flie√ÉŇłen ein wenig Schimmel. √ÉŇďber der Badewanne h√ɬ§ngt eine Vorhangstange mit einem wei√ÉŇłen Duschvorhang. Der Duschvorhang hat schon ein paar dunkle Stellen.

Betrachte Waschbecken:

Das Waschbecken in ist in gutem Zustand. Du siehst zwei kleine verpackte St√ɬľckchen Seife und ein Wasserglas.

Betrachte Klobecken:

Das Klobecken ist in gutem Zustand. Die Klobrille ist nur mit einer Schraube befestigt. Deshalb ist die Klobrille etwas wackelig.

Betrachte Wandschrank:

Im Wandschrank befindet sich ein kleiner Tresor mit elektronischem Zahlenschloss.

Betrachte Tresor:

Auf dem Tresor siehst du eine Anleitung wie der Tresor zu bedienen ist.

Schlie√ÉŇłe Tresor:

Als du versuchst den Tresor nach Anleitung zu schlie√ÉŇłen, ert√ɬ∂nen ein paar Piept√ɬ∂ne. Verschlie√ÉŇłen l√ɬ§sst sich der Tresor aber nicht.

Die Sache mit dem Strom hat sich dann auch noch gekl√ɬ§rt: es gibt direkt am Eingang des Zimmers einen Schalter, der mit der Codekarte funktioniert. Sobald die Karte in dem Schlitz steckt, wird da ein Schalter geschlossen und der Strom f√ɬľrs Zimmer frei geschaltet.

Das w√ɬ§re insoweit nicht weiter kritisch, wenn nicht auch die Zimmerbeheizung √ɬľber ein elektrisches Gebl√ɬ§se in der Zimmerdecke umgesetzt w√ɬ§re, die auch nur dann l√ɬ§uft, wenn der Strom f√ɬľr das Zimmer eingeschaltet ist. Bei maximal 8 Grad Au√ÉŇłentemperatur nicht wirklich toll. Gl√ɬľcklicherweise ist das ganze nur ein mechanischer Schalter, der jede beliebige scheckkartengro√ÉŇłe Karte akzeptiert…

F√ɬľr 45 EUR die Nacht hatten wir jetzt nicht √ɬľberm√ɬ§√ÉŇłigen Luxus erwartet. Aber dass die Einrichtung des Zimmers in Ordnung ist, war dann doch die Erwartungshaltung.

Wir hatten dann noch den Spa√ÉŇł, dass w√ɬ§hrend unseres Aufenthalts dort das warme Wasser an zwei (nicht aufeinander folgenden) Tagen nicht ging, was aber immer schnell repariert wurde. Das warme Wasser war mir eh etwas unheimlich. Es hatte immer den Geruch, den man von solchen Spiritus-Brennern f√ɬľr Buffets kennt… Und wenn im Nachbarzimmer jemand die Klosp√ɬľlung bet√ɬ§tigte, sollte man besser nicht gerade unter der Dusche sein. Sonst wurde die Kaltwasserzufuhr schlagartig unterbrochen… Nicht sehr angenehm so eine engebr√ɬľhte Kopfhaut.

Der Geruch um Zimmer besserte sich die ganze Zeit nicht, das Fenster wurde nicht repariert und auch die Klobrille nicht.

Wenigstens war die Putzfrau zuverl√ɬ§ssig und hat immer gut das Zimmer gereinigt, aufger√ɬ§umt und die Bettw√ɬ§sche und Handt√ɬľcher gewechselt.

Ok. Der Einzug ins Zimmer war dann recht schnell erledigt. An der Rezeption brachte ich dann noch in Erfahrung, dass der Tresor in keinem der Zimmer funktioniert… Das bedeutete dann, dass wir unsere Wertsachen immer im Rucksack mit uns herumtragen mussten…

Auf nach Madrid

Madrid ist die Hauptstadt von Spanien mit ca. 6 Millionen Einwohnern.

Es gibt ein gut ausgebautes Metro-Netz (U-Bahn) mit sehr guten Taktzeiten. Die Fahrpreise sind auch unschlagbar: jede Fahrt kostet 1 EUR, egal wie weit. Au√ÉŇłer ein paar zus√ɬ§tzliche Strecken mit der „leichten Metro“ (in Deutschland w√ɬľrden wir Trambahn dazu sagen), die dann noch einmal 1 EUR kosten. Auch die Fahrt zum Flughafen muss mit einem zus√ɬ§tzlichen EUR beim Verlassen der Metro bezahlt werden. (Im Taxi kostet das 5 EUR Zuschlag)

Wir zogen dann gleich am ersten Abend schon los und schauten uns die Stadt an. Unser erster Weg f√ɬľhrte uns in einen kleinen Supermarkt, wo wir etwas zu trinken kaufen wollten. Kaum im Markt wurden wir schon von einem Sicherheitsangestellten(!) angesprochen, dass ich doch meinen Rucksack im Schlie√ÉŇłfach verstauen sollte. Ich meinte dann in meinem deutschen Spanisch ūüėČ dass ich Deutscher sei und ihn nicht verstehe. Das hat ihn dann dazu bewegt, mich nicht weiter zu bel√ɬ§stigen, da er zudem auch kein englisch konnte. ūüôā

Das war dann auch eines der Sachen, die uns in Madrid immer wieder auffielen: √ÉŇďberwachung √ɬľberall. An allen Ecken in Madrid (und auch anderen St√ɬ§dten) h√ɬ§ngen √ÉŇďberwachungskameras. Selbst in kleinsten L√ɬ§den konnte es passieren, dass da ein Wachmann rumstand und in den gr√ɬ∂√ÉŇłeren L√ɬ§den nat√ɬľrlich gleich mehrere. √ÉŇďberall auf den Stra√ÉŇłen war Polizei pr√ɬ§sent.

In den verschiedenen Museen in denen wir waren wurden unsere Rucksäcke durchleuchtet. Im Museum der Catedral de la Almudena de Madrid mussten wir sogar durch einen Metalldetektor und unsere Taschenmesser abgeben, die wir dann beim Ausgang wieder bekamen.

Selbst am Bahnhof wurden die Gep√ɬ§ckst√ɬľcke vor dem Zugang zum Gleis durchleuchtet.

Madrid selbst ist eine sehr gro√ÉŇłe Stadt, in der man mehrere Tage durch die Gegend laufen kann, ohne dass es einem langweilig wird.

Essen ist leider sehr teuer, so dass wir uns doch h√ɬ§ufig von Fast-Food ern√ɬ§hrt haben und unser Fr√ɬľhst√ɬľck in Form von Cornflakes und Milch bestritten. Das goldene M und auch die Kette mit der Krone gibt es auch in Madrid, aber es gibt auch einheimische kleine Imbissst√ɬ§nde.
In einem Caf√ɬ© waren wir dann aber sehr √ɬľberrascht, als wir zwei Kaffee und zwei St√ɬľck Kuchen bestellten und die Rechnung dann nur 5,50 EUR betrug. Wir waren gerade zu einer Zeit im Caf√ɬ© gelandet, als es das als Anbot gab. ūüôā

Ein paar Fotos zu Madrid gibt’s auf Flickr.

Auf nach Toledo

Auf die Empfehlung eines Kollegen hin machten wir auch einen Tagestrip nach Toledo.

Toledo liegt ca. 70 km s√ɬľdlich von Madrid und ist die alte Hauptstadt Spaniens. Es gibt eine direkte Zugverbindung zwischen den beiden St√ɬ§dten, die alle 2 Stunden f√ɬ§hrt und eine halbe Stunde Fahrzeit dauert. Die Fahrkarte f√ɬľr zwei Leute f√ɬľr die Hin- und R√ɬľckfahrt lag bei 35 EUR.

Toledo selbst haben wir an einem wundersch√ɬ∂nen Sonnentag erlebt. Die historische Stadt erhebt sich auf einem Berg und besteht aus lauter kleinen, engen, verwinkelten Gassen. Au√ÉŇłerhalb des historischen Kerns erstreckt sich die Stadt in die Breite und ist nicht ann√ɬ§hernd so eng und verwinkelt.

Die Gegend um Toledo ist wirklich wunderschön, wir haben einige Bilder gemacht und einen wunderschönen Tag gehabt.

Ein paar Fotos zu Toledo gibt’s ebenfalls auf Flickr.

Zwar war das Wetter anfangs ziemlich durchwachsen und insgesamt recht k√ɬľhl. Insgesamt hatten wir aber einen wundersch√ɬ∂nen Urlaub mit vielen tollen Erlebnissen.

Es waren leider nur neun Tage, gern wären wir noch etwas länger geblieben.

Am 11. 3. ging dann unser Flug zur√ɬľck. In Stuttgart angekommen fuhr dann die S-Bahn nicht, wir fuhren teuer mit dem Taxi zum Bahnhof, wo mir die Fahrtkosten f√ɬľrs Taxi dann leider nicht, wie am Flughafen gesagt, vom VVS erstattet wurden.

Willkommen in Deutschland.

Wir trafen uns dann dort mit einer Freundin noch zum Abendessen am Bahnhof und im anfangs √ɬľberf√ɬľllten ICE ging es dann Richtung nach Hause, wo wir kurz nach 22:00 Uhr mit Versp√ɬ§tung wegen Defekts am ICE ankamen.

Nochmals Herzlich Willkommen in Deutschland. ūüėČ